Jahrestagung Städtebauliche Denkmalpflege 2023: Identität und Gemeinwohl

Donnerstag, 26. Oktober 2023

Poster der Jahrestagung Urheberrecht: © städtebau

Identität und Gemeinwohl – Baubestand als Ressource für Kultur und Bildung

Ort: Karl - Schüßler - Saal | TH Köln

Gesellschaftliche Anforderungen an Kultur- und Bildungseinrichtungen nehmen zu: neben energetischen Standards geht es um Ausstattungen und Gebrauchsqualitäten, die für eine Zukunftsfähigkeit der Gebäude und Anlagen zugrunde gelegt werden. Eine Weiterentwicklung oder Ertüchtigung des Bestandes wird vielfach nicht in Betracht gezogen, da dies in der Regel als zu kostenintensiv und risikoreich erachtet wird. Daneben stehen einige wenige Beispiele herausragender Kulturbauten, die mit extrem hohen Aufwendungen saniert und umgebaut werden. Der so genannte Sanierungsstau in vielen öffentlichen Gebäuden in Verbindung mit technischen und rechtlichen Anforderungen scheint den Abbruch von Bestandsbauten und Neubau in vielen Fällen zu begünstigen. 

Ziele der avisierten Klimaneutralität und des nachhaltigen Wirtschaftens stehen nicht im Einklang mit dieser Praxis des Gebäude-managements der öffentlichen Hand. Hinzu kommt die gesellschaftliche und stadträumliche Bedeutung dieser besonderen Bausubstanz, die mit einem hohen IdentifikationswertQuartiere und Innenstädte prägt. Diese öffentlichen Infrastrukturen sind zentrale Begegnungsorte, die durch ein respektvolles Um- und Weiterbauen auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden können. Hierbei sind die Qualifizierung der Bestände und die Einbeziehung lokaler Akteure in die Prozesse wesentliche Beiträge für eine gemeinwohlorientierte Entwicklung öffentlicher Bauten. Hinzu kommt die gesellschaftliche und stadträumliche Bedeutung dieser besonderen Bausubstanz, die mit einem hohen Identifikationswert Quartiere und Innenstädte prägt und aufgrund ihres stadtbaugeschichtlichen Zeugniswerts in vielen Fällen unter Denkmalschutz steht

Im Zuge aktueller Diskussionen um Ressourcenschutz und gemeinwohlorientierter Stadtentwicklung stellen sich daher u.a. folgende Fragen: Welche Rolle spielen der Bestand der öffentlichen Bauten für Kultur und Bildung für die Identität und das Gemeinwohl? Worin liegen die zentralen Chancen für eine qualitätsvolle Weiterentwicklung? Welche neuen Nutzungen lassen sich mit dem Bestand verknüpfen? Sind die ökonomischen Vorteile von Abriss und Neubau bezogen auf Lebenszyklus und langfristiger Nutzung tatsächlich so hoch? Was ziehen wir in die Berechnungen mit ein – und was nicht? Wie lässt sich der baukulturelle Wert und gesellschaftlichen Funktionen in der Beurteilung und im Umgang abbilden? Wer sind die Akteure für das Weiterdenken der Bestände? Und wo und wie gelingt es schon?

Tagungsgebühr 

regular 45€, Studierende und Promovierende 10€

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