Stegreif: Quer zur Grenze

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Anne Söfker-Rieniets

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Sommersemester

Dauer: ein Semester

Inhalt

Staatsgrenzen sind häufig Ergebnisse von Aushandlungen, Hierarchien und Besitzansprüchen. Meist bilden sie bei ihrer Festlegung nicht die kulturelle oder gesellschaftliche Identität ihres Ortes ab, ebenso wenig nehmen sie Rücksicht auf topologische oder strukturelle Eigenschaften von Landschaft oder Stadt. Vielmehr prägt die Grenze durch explizites Abgrenzen-Wollen, verschiedene Gesetze und sich unterschiedliche entwickelnde Lebensweisen im Hinterland im Laufe ihrer Geschichte die Kultur und die Konventionen beider Seiten und verhält sich daher wie eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Es könnte sein, dass - ähnlich wie die Ökotonen, den Übergangsbereiche zwischen zwei Ökoystemen (z.B. Flussufer) - die Grenzzonen besondere Eigenschaften aufweisen können, die sich von den Kernzonen unterscheiden. Vielleicht weisen diese Gebiete eine ganz eigene Identität auf, die sich auffallend an sozialen und kulturellen Besonderheiten zeigt.
In einem Europa ohne innere Grenzen müssen die sich auflösenden Grenzregionen nach dieser Identität suchen, mit der folglich der Verlust der eigenen Identität nicht als Gefahr, sondern der Zugewinn einer neuen, ganz anderen Identität als Chance begriffen werden sollte.

Auf der Suche nach einer Methode der Vermittlung dieser Chance sollen in diesem Stegreif besondere städtebauliche oder stadtsoziologische Identitäten gefunden werden, die als Vorbild für größere Bewegungen des Zusammenwachsens dienen können.
Als Untersuchungsraum dienen hierzu Grenzzonen im Bereich des Dreiländerecks zwischen Deutschland, Belgien und Niederlande. Besonders die Stellen, an denen eigenartige Grenzverhältnisse herrschten oder herrschen oder an denen die Grenze im Laufe des letzten Semesters neu festgelegt wurde, bieten die Chance, offensichtliche Unterschiede zu den dahinterliegenden Grenzstaaten festzustellen.

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