Revierknoten Raum

  Luftbild des Rheinisches Reviers Urheberrecht: Dominik Ketz / Bezirksregierung Köln

Tagebau Inden - Abbaukante mit intakten Feldern und Siedlungsstrukturen im Hintergrund und Blick in den Tagebau bei blauem Himmel nachmittags

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Benjamin Casper

Schnittstelle zur Zukunftsagentur, Koordinierung

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Wirtschafts- und Strukturprogramm Rheinisches Zukunftsrevier

In den kommenden Jahren werden Schritt für Schritt die Braunkohlekraftwerke abgeschaltet, deren Tagebaue bislang das Bild des Rheinischen Reviers prägten. Die drei Tagebaue Inden, Hambach und Garzweiler werden nach und nach ab 2030 mit Grundwasser gefüllt. Dieser Wandel hat massive Auswirkungen auf die gesamte Infrastruktur des Rheinischen Reviers. Mit langfristigem Blick und unter Abwägung aller individuellen Interessen von Gemeinden, Städten, Unternehmen und Anwohnern besteht die einmalige Chance, den Raum des Rheinischen Reviers so zu gestalten, dass er auch künftigen Anforderungen an einen attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraumgerecht wird. Unternehmen und Forschungseinrichtungen sollen hier ebenso ihren Platz finden wie neue Wohnquartiere, Grünflächen und Freizeitareale. Die Anbindung der neu entstehenden Strukturen an eine moderne Verkehrs- und Energieinfrastruktur ist dabei unverzichtbar – für die Menschen im Rheinischen Revier, aber auch für die bestehenden und neu wachsenden Strukturen in Industrie und Gewerbe.

Dieser Strukturwandel kann bereits auf umfangreichen regionalen Vorüberlegungen aufbauen. In einem breiten regionalen Diskurs gilt es, diese Überlegungen vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen weiterzuentwickeln und in einem strukturierten Prozess für den Gesamtraum zu bündeln und umzusetzen.

Eine lebenswerte und attraktive Region entsteht.

Strategie

Zunächst sollen die unterschiedlichen Grundlagen in der Region erfasst werden. Bei dieser Diagnose müssen auch die sich stets dynamisch verändernden räumlichen und thematischen Beziehungen Berücksichtigung finden. Daraus folgende Konsequenzen sind hinsichtlich notwendiger Infrastrukturen und weiterer Aspekte kontinuierlich zu diskutieren. Die Raumstrategie ist kein fixer Plan. Vielmehr ist es eine sich in den kommenden Jahren dynamisch weiter entwickelnde Leitschiene für die regionale Entwicklung des Reviers, die an Schärfe gewinnt, je konkreter Projektideen im Zuge des Strukturwandels vorangetrieben werden. Dazu wird der Raumstrategieprozess die unterschiedlichen Akteure kontinuierlich an der dynamischen Weiterentwicklung der Raumbilder beteiligen.

Ein erfolgreicher Entwicklungsprozess wird durch folgende Leitgedanken gerahmt:

  • die spezifischen Begabungen, Herausforderungen und Chancen der Region nutzen
  • ein in sich konsistentes Prozessdesign für die räumliche Entwicklung aufstellen
  • eine räumliche und zeitliche Synchronisierung von Vorhaben und Projekten erreichen und einen breit angelegten und zielführenden Prozess der Beteiligung organisieren

Handlungsfelder

Für die Arbeit des Revierknotens Raum ergeben sich folgende Handlungsfelder:

  • Raumanalyse und Monitoring
  • Siedlungsentwicklung
  • Wirtschafts- und Gewerbeflächenentwicklung
  • Freiraumentwicklung und -nutzung
  • Sicherung von Qualität, Innovation und Transfer
  • Polyzentrische Raumentwicklung

Ziele

Der Revierknoten Raum will den Strukturwandel im Rheinischen Revier so gestalten, dass eine lebenswerte und attraktive Region entsteht. Diese Region soll den Menschen wirtschaftliche, ökologische, soziale und kulturelle Rahmenbedingungen für ein gutes Leben bieten. Durch den gemeinsam bewältigten Strukturwandel soll sich eine revierweite Identität bilden. Das Rheinische Revier soll ein Modell für den gelungenen Umbau einer ehemaligen Kohleregion werden – ein Vorbild auch für andere Kohleregionen in Europa.

Diese Ziele können nur erreicht werden, wenn die großen Herausforderungen als eine gemeinsame Aufgabe angesehen werden. Dazu ist jetzt ein Prozess zu gestalten, der in folgerichtigen und aufeinander aufbauenden Schritten in eine nachhaltige Entwicklung mündet sowie die räumlich verschiedenen Geschwindigkeiten im Umgang mit dem Strukturwandel mit aufnimmt. Das Prozessdesign muss den Rahmen bieten, damit die Qualitäts- und Gestaltungsansprüche eingelöst werden können. Dafür muss man Kriterien definieren. Es ist auch ein Monitoring in Abstimmung mit den Kommunen und der Regionalplanung einzusetzen. Die erforderlichen Planungsverfahren sollen zudem beschleunigt werden.

Der Wandel zum nachhaltigen Rheinischen Zukunftsrevier muss höchsten gestalterischen Ambitionen und Qualitätsansprüchen für alle Generationen und für die Umwelt gerecht werden.

Kurzfristig müssen vorgesehene Projekte für eine Umsetzung qualifiziert werden, die der übergeordneten Raumperspektive der Region gerecht werden.

Laufzeit

Januar 2020 bis September 2022

Fördergeber und Kooperationspartner

  • Land NRW (Zuwendungsgeber)
  • Zukunftsagentur Rheinisches Revier GmbH (Koordinierende Stelle)