REAL CORP 2020

  Text: REAL CORP: STÄDTISCHEN WANDEL GESTALTEN LEBENSWERTE STADTREGIONEN FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT Urheberrecht: CORP

Dienstag, 15. September bis Freitag, 18. September 2020

STÄDTISCHEN WANDEL GESTALTEN
LEBENSWERTE STADTREGIONEN FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT

25. Internationale Konferenz der Stadt- und Regionalplanung der Informationsgesellschaft GeoMultimedia 2020

150 Jahre RWTH Aachen University
1. Aachener Städtebaukonferenz

Wir sehen aktuell unterschiedliche Trends in der Stadtentwicklung rund um den Globus, aber es gibt einige Gemeinsamkeiten:

  • historische Verwaltungsgrenzen bilden längst nicht mehr die tatsächlichen Stadtstrukturen ab, Städte wachsen über diese Grenzen hinweg und bilden Stadtregionen, die teilweise auch staatenübergreifende funktionale Stadtregionen und Ballungsräume bilden
  • in fast allen Fällen erscheint eine zwischen mehreren Regierungen, Gebietskörperschaften und Institutionen auf verschiedenen Ebenen abgestimmte räumliche Entwicklung unabdingbar, gestaltet sich im Regelfall aber schwierig
  • Städte und Regionen sind ressourcenhungrig und sehen sich oft mit Dichte- und Umweltproblemen sowie diversen Bedrohungen konfrontiert, nichtsdestotrotz sind Nachhaltigkeit, Resilienz, hohe Lebensqualität und schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen zentrale Ziele der Stadtentwicklung
  • Neue Technologien und Digitalisierung spielen eine wesentliche Rolle in der Entwicklung und im Management von Städten, Stadtregionen und Metropolen - ohne entsprechende Stadt-, Umwelt- und Mobilitätstechnologien wäre eine städtische Entwicklung wie wir sie beobachten, das Aufrechterhalten der Funktionalität und die Erhaltung und Schaffung lebenswerter Stadtumgebungen kaum mehr möglich.

Während in Asien, und da besonders in China und Indien aber auch in Japan und Südost-Asien, sowie in Teilen Südamerikas, Afrikas und der Golfregion Städte aktuell und wohl noch für geraume Zeit rasant und unaufhaltsam Wachsen, und weitere Großstädte, Stadtregionen und Metropolen jenseits der 10-Millionen-Einwohner-Marke und weit darüber hinaus entstehen, wachsen zwar auch viele Europäische, Nordamerikanische und Australische Städte, aber bei weitem nicht so stark wie in den oben genannten Regionen (einige verlieren sogar Einwohner) - nichtdestotrotz zeigt sich aber auch hier eine starke Dynamik der räumlichen Entwicklung hin zu Stadtregionen.

Geht es in vielen Stadtregionen und Metropolen weltweit darum, die notwendigste Infrastruktur für das pure Überleben der Menschen zu schaffen und aufrecht zu erhalten - Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung als wesentliche Elemente - geht es in anderen Teilen der Welt darum, Veränderungsprozesse so zu gestalten, dass die durchwegs hohe Lebensqualität erhalten und sogar verbessert wird.

Während in einigen Teilen der Welt Städte und Metropolen ungebremst wachsen und es hunderte Millionen Menschen in die Städte zieht, lassen sich in zahlreichen europäischen Städten und Agglomerationen gegenwärtig zwei Prozesse beobachten, die auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen: Reurbanisierung und Regionalisierung. Innenstädte und innenstadtnahe Stadtquartiere werden attraktiver, gerade für Menschen, die die Vorzüge des städtischen Lebens (womöglich wieder neu) entdecken. Diese Rückbesinnung auf die Kernstädte als Wohnstandort hat vielerlei Gründe; sie ist jedoch insbesondere gekoppelt an Veränderungen in der Arbeitswelt bzw. den Trend, Wohnen und Arbeiten sehr viel effektiver miteinander verbinden zu müssen als dies ein Leben in den suburbanen Ballungsrandzonen in den meisten Fällen erlaubt. Hier sind gut organisierte, mit vielfältigen Funktionen ausgestattete Stadtviertel klar im Vorteil. Gleichzeitig findet eine weitere Regionalisierung des Städtischen statt, was der Tatsache geschuldet ist, dass Städte zunehmend unter Druck geraten.

In vielen Innenstädten fehlt bezahlbarer Wohnraum, während gleichzeitig das Umland Leerstände zu verzeichnen hat. Durch falsche Allokationen werden unnötig Pendlerströme erzeugt. Vor diesem Hintergrund sind interkommunale Kooperationen naheliegend, um die notwendige Balance zwischen unterschiedlichen Entwicklungsdynamiken herzustellen.

Der gegenwärtig intensiv geführte Diskurs über „Low Carbon Cities“ oder „Smart Cities“, also die Frage nach der künftigen Entwicklung von Städten unter den Bedingungen des Klimawandels, dem Einsatz energiesparender Technologien und den absehbar zur Neige gehenden fossilen Ressourcen, wirft konkrete Fragen künftigen Städtebaus und künftiger Stadtgestaltung auf, die bislang nur teilweise beantwortet werden können.

Auch wenn Städte und Dörfer sich derart wandeln, sie bleiben Orte des (kollektiven) Erinnerns und Erkennens, Orte, an denen Bindungen hergestellt werden. Identität und Heimat – Begriffe, die solche Qualitäten einer Stadt bezeichnen sollen – basieren jedoch nicht allein auf der Vertrautheit einer über lange Zeit in ihren wesentlichen Merkmalen kaum veränderten Lebensumwelt, sondern sind auf spezifische atmosphärische Qualitäten einer Stadt, eines Quartiers bzw. einer Region zurückzuführen. Deshalb ist nicht allein das baukulturelle Erbe mit seinen historischen Gebäuden, Straßen, Freiräumen, Stadtvierteln für die Identität einer Stadt maßgebend, sondern die Fähigkeit, im Rahmen neuen Städtebaus auch neue überzeugende, im besten Fall unverwechselbare Atmosphären zu kreieren. Das gilt in besonderem Maße für Städte, die kaum historische Viertel aufweisen – oder für große StadtLandschaften, für die solche kleinräumigen Quartiere kaum als alleinige Imageträger in Frage kommen.

Die Konferenz REAL CORP2020 will vor dem Hintergrund der skizzierten Herausforderungen, die sich in Quartier, Stadt, Stadtregion und entsprechend ausgeprägt auch in Metropolen stellen, Strategien und Konzepte diskutieren, wie der Wandel qualitätsvoll gestaltet werden kann. Dabei stellt sich auch die Frage, wer die eigentlichen Akteure der aktuellen Stadt-, Regions- und Metropolenregionsentwicklung sind und welche Rolle PlanerInnen in den entsprechenden Szenarien spielen können.

Die renommierte RWTH Aachen in der im besten Sinne historischen und  europäischen Mittelstadt Aachen im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen mit seiner reichen Bergbau- und Industrietradition und in einer grenzüberschreitenden Stadtregion im Dreiländer-Eck Deutschland-Belgien-Niederlande gelegen bildet den idealen Ort, um die genannten Entwicklungen und Herausforderungen im Kreise von ExpertInnen aus aller Welt zu diskutieren.

Traditionell spielt das Thema Technologie und Stadtentwicklung bei den CORP-Konferenzen eine wichtige Rolle.

Stellen Sie Ihre Arbeit und Ihre Forschungsaktivitäten im Rahmen der REAL CORP 2020 vor, gerne unter folgenden Themenpunkten:

  • Transforming City Regions – Constant Changes on all Scales
  • Rise of Metropolises
  • Climate Change and Imminent Natural Disasters
  • Re-Mixing the City: Concepts and Perspectives for Mixed Use in Future Cities
  • Cities for all – Integration, Public Welfare, Participation and Co-Creation
  • Smart Country & Co: What about the Countryside?
  • Cities and Technologies, Real Smart Cities, Intelligent Cities – High Tech and High Quality of Life: Best Practises and Concepts for the Future
  • Real Estate Development and Urban Planning: Competitors or Partners?
  • Role of Urban Planning and Urban Planners in Shaping Cities and City Regions of the Future
  • Technology-driven Resources and Tools for Urban and Regional Planning
  • Demographic Change: Aging, Rise of the Young, Migration
  • Global Urban and Metropolitan Networks – the New Silk Road
  • New Cities around the Globe – Capital Cities and Thematic Cities

Termine

Dienstag, 15. September 2020: Eröffnung
Mittwoch, 16. September bis Freitag, 18. September 2020: Konferenztage