Forschungsfeld | Mehr Platz durch Rückbau

 

Mehr Platz durch Rückbau

Störungen durch Freileitungen im Siedlungsbereich in Berlin Urheberrecht: Institut für Städtebau Störungen im Siedlungskontext durch Freileitungen im Bereich Berlin Heinersdorf/Malchow

Weiterhin werden Flächen für die Stadtentwicklung und insbesondere den Wohnungsbau dringend benötigt. Hierzu werden oftmals Nachverdichtungen, Konversionen und klassischer Neubau in Vorortbereichen durchgeführt.

Der zukünftige Energiebedarf geht je nach Studie zukünftig zurück oder steigt stark an. Ein starker Anstieg wird teilweise mit der aufkommenden Elektromobilität begründet. Viele Verteilnetzbetreiber und Stadtwerke sehen diese Entwicklung als Unsicherheit in ihrer Netzplanung. Im Zuge der Energiewende ist bundepolitisch immer wieder von dem dringend notwendigen Netzausbau die Rede, dabei gibt es eine klare NOVA-Regelung (NetzOptimierung Vor Ausbau), d.h. zunächst werden vorhandene Trassen mit zusätzlichen oder leistungsfähigeren Leitungen bestückt bevor über neue Trassen nachgedacht wird.

Die technologische Entwicklung macht es nun aber auch möglich, neue Technologien für die Stromverteilung einzusetzen. Diese neuen Technologien werden derzeit im Forschungscampus FEN (Flexible Elektrische Netze) an der RWTH Aachen erforscht. Mit der Gleichstromübertragung sind potentiell höhere Übertragungsraten und effizientere Netzstrukturen möglich, als dies bislang möglich ist. Derzeit besteht das Stromnetz aus einem hierarchisch verzweigten Netz vom Kraftwerk bis zu den Haushalten. Durch die zunehmende Einspeisung von unten, werden die ehem. Stromkunden auch zu Stromproduzenten auch Prosumer genannt. Durch die höhere Effizienz und Flexibilität könnten die sog. 110-kV-Leitungen, die teilweise durch Siedlungsgebiete führen, zurückgebaut und unter der Erde verkabelt werden. Dadurch entsteht verfügbarer Raum, der unterschiedliche genutzt werden kann.

Ziel des Forschungsmoduls ist es, aus einem Katalog, der teilweise noch in Entstehung ist, einen oder zwei bereits identifizierte Leitungsabschnitte zu wählen und hierzu eine Projektentwicklung durchzuführen, inkl. Visualisierung der möglichen Umnutzung des frei werdenden Raums. Dabei soll auch ein Vorschlag für eine Kabeltrasse angegeben werden, an dessen Strecke dann bspw. energieintensive Nutzungen (Datenzentrum, Schnellladestationen für E-Autos/LKW/Busse) angesiedelt werden könnten.

 

Hintergrund

In dem Forschungscampus Flexible Elektrische Netze FEN, an dem der Lehrstuhl beteiligt ist, werden zukünftige elektrische Netze und ihre Auswirkungen auf verschiedenste gesellschaftliche Bereich untersucht. Im Forschungscampus FEN, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, beschäftigen sich derzeit sechs elektrotechnische und neun sozio-technische Institute der RWTH Aachen gemeinsam mit zwölf international agierenden Unternehmen mit der Erforschung und Realisierung von Elektrizitätsnetzen mittels Gleichstrom auf der Mittelspannungsebene (MV).

 

Daten

  • Einführung 21.11. 10:00 Ort wird noch bekannt gegebenen
  • Durchführung 26. - 30.11. gemeinsam in der Weißen Woche (vorauss. im Büro des Forschungscampus FEN, Campus Boulevard 79)

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